Seit einiger Zeit ist, wie üblich, zu dem nicht-englischen Wort “Handy” wieder einmal ein tatsächlich englisches Wort hinzugekommen: So heißt es nun “Handys mit Touchscreen”, wenn es um nichts anderes geht, als dass nicht der Tastendruck, sondern die Berührung den Minitelefon- und Internetcomputer steuert. Die Idee ist nicht neu, der Begriff “Handys mit Touchscreen” ein weiterer Beitrag dazu, die deutsche Sprache zu einer Art von Englisch umzuformen. Bildschirmberührungen sind vor allem von Banküberweisungs- und vor allem auch Fahrkartenautomaten bekannt, nur eine Parallele zur Formulierung “Handys mit Touchscreen” gab es vor der Anwendung beim Mobilfunkcomputer noch nicht.
Viele Hersteller bringen gerade in diesem Jahr Handys mit Touchscreen in den Handel. Es geht – wie schon seit Langem – darum, dass gerade das Mobiltelefon (und Handys mit Touchscreen als ein nur weiteres Stadium) eine Art Austragungsort für Softwareentwickler, Informatiker, Nanowissenschaftler und Fachelektroniker geworden ist, inwiefern Daten und Schaltbefehle kleiner, dicht gedrängter und hochkomplexer sich auf einem einzigen Gerät vereinigen können.
Denn – geben Sie es zu – wozu sind Sie in der Lage, ein Handy zu nutzen (egal, ob es zur Gruppe der Handys mit Touchscreen gehört oder nicht)? Legen Sie einen Weg zurück, achten Sie auf diesen. Befinden Sie sich im Auto, nutzen Sie zum Telefonieren die Freisprechanlage. Sind Sie im Zug, nutzen Sie möglicherweise das mobile Internet an Ihrem Mini-Notebook. Diese Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen und auf jeden Fall (zumindest logisch) beweisen, dass Handys mit Touchscreen, die per Bildberührung im Miniformat das komplette Internet erforschen, nicht wirklich einen Nutzen haben.
Dennoch: Alle Firmen “ziehen mit”, Handys mit Touchscreen werden Gegenstand von Computer- und Handymessen und machen Entwicklern und Nutzern Spaß. Und auch Sie werden möglicherweise ins Staunen kommen und sich fragen, wie robust Handys mit Touchscreen sind – sich daran erinnernd, dass das komplexere elektronischere Gerät auch anfälliger für Störungen ist. Und nicht zu vergessen ist sicherlich der Stromverbrauch: Einfaches Telefonieren kann einen vollen Akku sicherlich bis zu fünf oder sechs Stunden ausschöpfen. Aber der fortdauernde Betrieb eines Handys mit Touchscreen?